Richtig Zähne putzen

Mundpflege

Prinzipiell sollte bei der Mundpflege so viel wie möglich von der pflegebedürftigen Person selbst durchgeführt werden. Dazu ist es notwendig, die Gewohnheiten zu kennen und die Abläufe, welche in den letzten Jahrzehnten routiniert angewendet wurden, beizubehalten. Gerade auch bei Menschen mit einer Demenzerkrankung spielen derartige bekannte Routinen eine wichtige Rolle, um auch künftig die Ressourcen solange wie möglich zu erhalten und fördern zu können.

Der Mund kann einem sensiblen Bereich des Körpers zugeordnet werden. Daher ist es gerade zu Beginn und in der Kennenlernphase nicht immer ganz einfach hier direkt einen Zugang zu finden. Nichts desto trotz sollte die pflegerische Situation hinischtlich der Mundpflege soweit möglich bereits im Aufnahmegespräch geklärt werden. In der ambulanten Pflege gilt dies auch dann, wenn in diesem Bereich keine Leistungen erbracht werden, da hier in jedem Fall ein dokumentiertes Beratungsgespräch bei Vorliegen eines Risikos im Bereich der Mundpflege durchgeführt werden muss.

Die Mundpflege ist nur dann wirksam, wenn sie regelmäßig, am besten zweimal täglich durchgeführt wird. Sie kann am Waschbecken oder im Bett verrichtet werden. Bei einer Durchführung im Bett ist der Oberkörper erhöht zu lagern. Bei Dysphagie muss eine spezielle Mundpflege erbracht werden. Bei Aspirationsgefahr ist der Oberkörper auch nach Beendigung noch einige Zeit erhöht zu lagern. In Abhängigkeit der Ausprägung kann hier ebenfalls eine spezielle Mundpflege notwendig sein. Weiter sollte die Reinigung des Mundes bei Menschen mit Aspirationsrisiko mehrmals täglich nach jeder Mahlzeit durchgeführt werden. Auch ist bei jeder versorgten Person individuell abzuwägen, wann Zahnpasta, wenig schäumende Zahnpasta und Wasser verwendet wird. Der Einsatz von Absaugzahnbürsten kann bei entsprechendem Bedarf überlegt werden.

Du benötigst:

  • Zahnbürste (Wechsel einmal monatlich)

Bei Menschen mit eingeschänkter Motorik kann eine Griffverstärkung eingesetzt werden. Dreikopfbürsten stellen ebenso eine Alternative dar.

  • Zahnputzbecher, ggf. mit Nasenausschnitt
  • ggf. Zahnseide oder Interdentalbürste in der passenden Größe (Wechsel einmal wöchentlich)
  • Zungenschaber (Wechsel alle vier Wochen)
  • ggf. Mundwasser
  • ggf. Schale zum Ausspucken
  • ggf. Lippenpflegeprodukte
  • Handtuch und Waschlappen
  • ggf. Taschenlampe
  • Händedesinfektionsmittel, ggf. Einmalhandschuhe
  • Abwurf
  • Informiere die versorgte Person über die anstehende Mund- und Zahnpflege. Die pflegebedürftige Person sollte hierzu entweder am Waschbecken sitzen oder stehen. Erfolgt die Durchführung im Bett, so sollte in jedem Fall eine Oberkörperhochlagerung stattfinden. Decke die Kleidung mit einem Handtuch ab. Teilprothesen sind zu entnehmen.
  • Stelle alle Utensilien bereit, die du benötigst.
  • Führe eine hygienische Händedesinfektion durch und zieh ggf. Einmalhandschuhe an.
  • Gib Zahnpasta auf die Zahnbürste und putze die Zähne bzw. leite dazu an. Das Putzen erfolgt nach der Rot- Weiß- Technik, zuerst die Außenflächen, dann die Kauflächen und zuletzt die Innenflächen. Die Zähne sollten etwa zwei Minuten lang geputzt werden. Bei einer Übernahme der Mundpflege kann es hilfreich sein, wenn du den Hinterkopf der pflegebedürftigen Person mit einer Hand abstützt.
  • Gelöste Reste sollten zwischendurch ausgespuckt werden.
  • Reinige nun die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder einem Interdentalbürstchen.
  • Reinige die Zunge vorsichtig mit einem Zungenschaber. Achte darauf nicht zu tief in den Rachen zu gelangen.
  • Anschließend wird der Mund mit Wasser ausgespült, ggf. Mundspüllösung zugeben. Erfrage die Wünsche hinsichtlich der Wassertemperatur.
  • Es erfolgt eine Inspektion des Mundraumes hinsichtlich Auffälligkeiten oder Veränderungen, ggf. unter Verwendung einer Taschenlampe.
  • Trage gegebenenfalls ein Lippenpflegeprodukt auf.
  • Reinige noch das Gesicht, sowie die Materialien und verräume diese.

Du benötigst:

  • Mundpflegeset mit Kompressen, Pean- Klemme, individueller Mundpflegelösung unter Berücksichtigung der Biografie und des bevorzugten Geschmacks der versorgten Person
  • Ggf. Lippenpflegeprodukte
  • Handtuch, Waschlappen
  • Abwurf
  • Händedesinfektionsmittel, ggf. Einmalhandschuhe
  • Ggf. Taschenlampe
  • Informiere die versorgte Person über die anstehende Mund- und Zahnpflege. Die pflegebedürftige Person sollte hierzu in eine aufrechte Position gebracht werden, wie etwa am Waschbecken sitzen oder stehen. Erfolgt die Durchführung im Bett, so sollte in jedem Fall eine Oberkörperhochlagerung stattfinden. Decke die Kleidung mit einem Handtuch ab. Zahnprothesen sind zu entnehmen.
  • Führe eine hygienische Händedesinfektion durch, ggf. Einmalhandschuhe anziehen.
  • Lege eine befeuchtete, aber nicht tropfnasse Kompresse in die Klemme ein und wische vorsichtig den Mundraum, also Mundhöhle, Wangentaschen, Zunge, Gaumen, Zähne und Zahnfleisch vorsichtig aus.
  • Alternativ kannst du eine Mullkompresse um deinen Finger wickeln und damit den Mundraum reinigen.
  • Nutze für jeden Wischvorgang einen neuen Tupfer und entsorge Benutzte sofort im Abwurf.
  • Gelöste Reste entweder mit auswischen oder zwischendurch ausspucken lassen.
  • Es erfolgt eine Inspektion des Mundraumes hinsichtlich Auffälligkeiten oder Veränderungen, ggf. unter Verwendung einer Taschenlampe.
  • Trage gegebenenfalls ein Lippenpflegeprodukt auf.
  • Reinige noch das Gesicht, sowie die Materialien und verräume diese.

Das Mundpflegeset ist täglich zu erneuern. Eine spezielle Mundpflege kann auch zum Anfeuchten der Mundschleimhaut durchgeführt werden. Das Vorgehen ist hier gleich. Um den Geschmackssinn anzuregen kannst du verschiedene Tees verwenden.

  • Schaumstoffstäbchen zur Zahnreinigung (zu schwache Reinigungswirkung)
  • Zahnbürsten mit harten Borsten (Verletzungsrisiko)
  • Zahnpasta mit starker Scheuerwirkung (schädigend für Zähne und Zahnersatz)
  • Nelkenöl mit dem Wirkstoff Eugenol, da eine zytotoxische und gentoxische Wirkung, sowie ein hohes Allergiepotential bestehen
  • Seife und Spülmittel zur Reinigung von Zahnersatz
  • Glycerinhaltige Produkte (trocknen aus)
  • Zitronenstäbchen zur Daueranwendung (Säure kann auf Dauer Zähne schädigen)
  • Butter zum Lösen von Borken